Was ist eine OBIS-Kennzahl?
Die Kennzahl 2.8.0 gehört zur sogenannten OBIS-Nummer (Abkürzung für Object Identification System). OBIS-Kennzahlen sind ein fester Bestandteil des elektronischen Datenaustauschs im Energiemarkt: Sie klassifizieren und identifizieren Messwerte wie verbrauchte Energiemengen oder Zählerstände eindeutig. Das ermöglicht eine standardisierte Kommunikation zwischen Netzbetreibern und Energieversorgern.
Was bedeutet die Kennzahl 2.8.0 genau?
2.8.0 ist der aktuelle Zählerstand der Gesamtlieferung vom Verbraucher zum EVU (Energieversorgungsunternehmen). EVU bezeichnet im weiteren Sinne alle Anbieter von Energie in den Bereichen Strom, Gas und Fernwärme.
- 2.8.0 – Gesamte Lieferung (Summe aus HT und NT), für die Sie vergütet werden
- 2.8.1 – Lieferung im Hochtarif (HT)
- 2.8.2 – Lieferung im Niedertarif (NT)
Beim Hochtarif (HT) gilt tagsüber der reguläre bzw. höhere Tarif. Beim Niedertarif (NT) - auch Nachttarif, Nebentarif oder Schwachlasttarif genannt - berechnet der Energieanbieter den Strom während festgelegter Nebenzeiten günstiger. Ein Wechsel zu einem Stromanbieter mit Niedertarif kann sich finanziell lohnen, wenn ein größerer Teil des Verbrauchs in die Nebenzeit fällt.
Unterschied zwischen Zähler 2.8.0 und 1.8.0
Während 2.8.0 die Einspeisung (Lieferung ins Netz) zeigt, steht 1.8.0 für den Bezug - also die Strommenge, die Sie vom Netz beziehen. Für die reguläre Stromabrechnung ist vor allem der Bezugswert (1.8.0) relevant. Betreiber einer eigenen Erzeugungsanlage (z. B. Balkonkraftwerk) profitieren aber davon, auch den Einspeisewert (2.8.0) regelmäßig zu prüfen, um Störungen der Anlage frühzeitig zu erkennen. Ausführlich erklärt im Artikel Was bedeutet 1.8.0 beim Stromzähler?
Doppel- und Zweitarifzähler: Was ist der Unterschied?
Doppel- oder Zweitarifzähler zeichnen den Verbrauch in zwei getrennten Registern auf - eine Praxis, die vor allem bei Nachtspeicherheizungen und Wärmepumpen zum Einsatz kommt. Tagsüber wird der Strom nach dem höheren Tarif (HT) verrechnet, nachts greift meist der günstigere Niedertarif (NT). Nur etwa sieben Prozent aller Stromzähler in Deutschland sind laut Marktbeobachtung Zweitarifzähler - die übliche Mehrheit sind Eintarifzähler mit nur einem Zählwerk. Nicht zu verwechseln mit dem Zweirichtungszähler, der stattdessen Bezug und Einspeisung unterscheidet - der Unterschied im Detail.
Analoge und digitale Zweirichtungszähler
Es gibt sowohl analoge als auch digitale Zweirichtungszähler. Analoge Modelle (auch Ferraris-Zähler genannt) zeigen Bezug und Einspeisung über getrennte Anzeigen. Digitale Modelle zeigen beide Werte abwechselnd auf einem gemeinsamen Display an: „1.8.0“ steht dabei vor der bezogenen Strommenge, „2.8.0“ vor der eingespeisten Strommenge. Die Anzeige wechselt automatisch zum nächsten OBIS-Code, ohne dass Sie etwas tun müssen.
Zählerstand automatisch auslesen
Wer die Werte nicht von Hand ablesen möchte, setzt einen Lesekopf auf die optische Schnittstelle des Zählers. Er überträgt Bezug und Einspeisung per WLAN, zum Beispiel der everHome EcoTracker IR mit eigener App oder der bitShake SmartMeterReader für eigene Smart-Home-Systeme.
Themenbereich Stromzähler: Zählerstand, OBIS-Codes, Zweirichtungszähler und Smart Meter verstehen.
Zum ThemenbereichHäufig gestellte Fragen
Welcher Wert ist für meine Stromrechnung relevant?
Für die reguläre Abrechnung des Strombezugs ist vor allem der Wert 1.8.0 (Gesamtbezug) entscheidend. 2.8.0 wird relevant, sobald Sie selbst Strom ins Netz einspeisen.
Warum sollte ich den Einspeisewert überhaupt prüfen?
Wer eine eigene Erzeugungsanlage betreibt, kann über die regelmäßige Kontrolle von 2.8.0 Störungen der Anlage frühzeitig erkennen - etwa wenn die eingespeiste Menge plötzlich ungewöhnlich niedrig ausfällt.
Was bedeutet die Anzeige A+ und A- am Stromzähler?
A+ und A- zeigen ähnlich wie die OBIS-Codes die Richtung des Stromflusses an. Mehr dazu im Artikel Stromzähler "A": Was bedeutet A+ und A-.